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Gott erhalte, einen Wachtelhund besitzt."
Da ergrimmten die Leute vom Stalle und vom Harem über Abners Unverschämtheit, wie sie
es nannten, über kaiserliches Eigentum seinen Scherz zu treiben, und zweifelten keinen
Augenblick, so unwahrscheinlich dies auch war, daß er Hund und Pferd gestohlen habe.
Während die anderen ihre Nachforschungen fortsetzten, packten der Stallmeister und der
erste Eunuch den Juden und führten den halb pfiffig, halb ängstlich Lächelnden vor das
Angesicht des Kaisers.
Aufgebracht berief Mulen Ismael, als er den Hergang vernommen, den gewöhnlichen Rat
des Palastes und führte in Betracht der Wichtigkeit des Gegenstandes selbst den Vorsitz.
Zur Eröffnung der Sache wurde dem Angeschuldigten ein halbes Hundert Streiche auf die
Fußsohlen zuerkannt. Abner mochte schreien und winseln, seine Unschuld beteuern oder
versprechen, alles zu erzählen, wie es sich zugetragen, Sprüche aus der Schrift oder dem
Talmud anführen, mochte rufen: "Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen
Löwen, aber seine Gnade ist Tau auf dem Grase"; oder: "Laß nicht zuschlagen deine Hand,
wenn dir Augen und Ohren verschlossen sind" - Mulen Ismael winkte und schwur bei des
Propheten Bart und seinem eigenen, der Philister solle die Schmerzen des Prinzen Abdallah
und die Krämpfe der Kaiserin mit dem Kopfe bezahlen, wenn die Flüchtigen nicht wieder
beigebracht würden. Noch erschallte der Palast des Kaisers von Marokko von dem
Schmerzgeschrei des Patienten, als die Nachricht einlief, Hund und Pferd seien
wiedergefunden. Aline überraschte man in der Gesellschaft einiger Möpse, sehr anständiger
Leute, die sich aber für sie, als Hofdame, durchaus nicht schickte, und Emir hatte, nachdem
er sich müde gelaufen, das duftende Gras auf den grünen Wiesen am Bache Tara
wohlschmeckender gefunden als den kaiserlichen Hafer; gleich dem ermüdeten fürstlichen
Jäger, der, auf der Parforcejagd verirrt, über dem schwarzen Brot und der Butter in der Hütte
des Landmanns alle Leckereien seiner Tafel vergißt.
Muley Ismael verlangte nun von Abner eine Erklärung seines Betragens, und dieser sah sich
nun, wiewohl etwas spät, imstande, sich zu verantworten, was er, nachdem er vor seiner
Hoheit Thron dreimal die Erde mit der Stirne berührte, in folgenden Worten tat:
"Großmächtigster Kaiser, König der Könige, Herr des Besten, Stern der Gerechtigkeit,
Spiegel der Wahrheit, Abgrund der Weisheit, der du so glänzend bist wie Gold, so strahlend
wie der Diamant, so hart wie das Eisen, höre mich, weil es deinem Sklaven vergönnt ist, vor
deinem strahlenden Angesichte seine Stimme zu erheben! Ich schwöre bei dem Gott meiner
Väter, bei Moses und den Propheten, daß ich dein heiliges Pferd und meiner gnädigen
Kaiserin liebenswürdigen Hund mit meines Leibes Augen nicht gesehen habe. Höre aber,
wie sich die Sache begeben:
Ich spazierte, um mich von des Tages Last und Arbeit zu erholen, nichts denkend, in dem
kleinen Gehölze, wo ich die Ehre gehabt habe, Seiner Herrlichkeit, dem Oberstallmeister,
und Seiner Wachsamkeit, dem schwarzen Aufseher deines gesegneten Harems, zu
begegnen; da gewahrte ich im feinen Sande zwischen den Palmen die Spuren eines Tieres;
ich, dem die Spuren der Tiere überaus gut bekannt sind, erkenne sie alsbald für die
Fußstapfen eines kleinen Hundes; feine langgezogene Furchen liefen über die kleinen
Unebenheiten des Sandbodens zwischen diesen Spuren hin; es ist eine Hündin, sprach ich
zu mir selbst, und sie hat hängende Zitzen und hat Junge geworfen vor so und so langer
Zeit; andere Spuren neben den Vordertatzen, wo der Sand leicht weggefegt zu sein schien,
sagten mir, daß das Tier mit schönen, weit herabhängenden Ohren begabt sei; und da ich
bemerkt, wie in längeren Zwischenräumen der Sand bedeutender aufgewühlt war, dachte
ich: Einen schönen langbehaarten Schwanz hat die Kleine, und er muß anzusehen sein als
ein Federbusch, und es hat ihr beliebt, zuweilen den Sand damit zu peitschen; auch entging
mir nicht, daß eine Pfote sich beständig weniger tief in den Sand eindrückte; leider konnte
mir da nicht verborgen bleiben, daß die Hündin meiner gnädigsten Frau, wenn es erlaubt ist,
es auszusprechen, etwas hinke.
Was das Roß deiner Hoheit betrifft, so wisse, daß ich, als ich in einem Gange des
Gebüsches hinwandelte, auf die Spuren eines Pferdes aufmerksam wurde. Kaum hatte ich
den edlen, kleinen Huf, den feinen und doch starken Strahl bemerkt, so sagte ich in meinem
Herzen: Da ist gewesen ein Roß von der Rasse Tschenner, die da ist die vornehmste von
allen. Ist es ja noch nicht vier Monate, hat mein gnädigster Kaiser einem Fürsten in
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