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Frankenland eine ganze Koppel von dieser Rasse verkauft, und mein Bruder Ruben ist
dabeigewesen, wie sie sind handelseinig geworden, und mein gnädigster Kaiser hat dabei
gewonnen so und so viel. Als ich sah, wie die Spuren so weit und so gleichmäßig
voneinander entfernt waren, mußte ich denken: Das galoppierte schön, vornehm; und ist
bloß mein Kaiser wert, solch ein Tier zu besitzen, und ich gedachte des Streitrosses, von
dem geschrieben steht bei Hiob: 'Es stampfet auf den Boden und ist freudig mit Kraft und
zeucht aus, den Geharnischten entgegen; es spottet der Furcht und erschrickt nicht und
fleucht vor dem Schwert nicht, wenngleich wider es erklinget der Köcher, und glänzen beide,
Spieß und Lanzen.' Und ich bückte mich, da ich etwas glänzen sah auf dem Boden, wie ich
immer tue, und siehe, es war ein Marmelstein, darauf hatte das Hufeisen des eilenden
Rosses einen Strich gezogen, und ich erkannte, daß es Hufeisen haben mußte von
vierzehnlötigem Silber; muß ich doch den Strich kennen von jeglichem Metall, sei es echt
oder unecht. Der Baumgang, in dem ich spazierte, war sieben Fuß weit, und hie und da sah
ich den Staub von den Palmen gestreift; der Gaul hat mit dem Schweif gefochten, sprach ich,
und er ist lang drei und einen halben Fuß; unter Bäumen, deren Krone etwa fünf Fuß vom
Boden aufging, sah ich frisch abgestreifte Blätter; seiner Schnelligkeit Rücken mußte sie
abgestreift haben; da haben wir ein Pferd von fünfzehn Fäusten; siehe da, unter denselben
Bäumen kleine Büschel goldglänzender Haare, und siehe da, es ist ein Goldfuchs! Eben trat
ich aus dem Gebüsche, da fiel an einer Felswand ein Goldstrich in mein Auge; diesen Strich
solltest du kennen, sprach ich, und was war's? Ein Probierstein war eingesprengt in dem
Gestein und ein haarfeiner Goldstrich darauf, wie ihn das Männchen mit dem Pfeilbündel auf
den Füchsen der sieben vereinigten Provinzen von Holland nicht feiner, nicht reiner ziehen
kann. Der Strich mußte von den Gebißstangen des flüchtigen Rosses rühren, die es im
Vorbeispringen gegen dieses Gestein gerieben. Kennt man ja doch deine erhabene
Prachtliebe, König der Könige, weiß man ja doch, daß sich das geringste deiner Rosse
schämen würde, auf einen anderen als einen goldenen Zaum zu beißen. Also hat es sich
begeben, und wenn -"
"Nun, bei Mekka und Medina!" rief Muley Ismael, "das heiße ich Augen; solche Augen
könnten dir nicht schaden, Oberjägermeister, sie würden dir eine Koppel Schweißhunde
ersparen; du, Polizeiminister, könntest damit weiter sehen als alle deine Schergen und
Aufpasser. Nun, Philister, wir wollen dich in Betracht deines ungemeinen Scharfsinns, der
uns wohlgefallen hat, gnädig behandeln; die fünfzig Prügel, die du richtig erhalten, sind
fünfzig Zechinen wert. Sie ersparen dir fünfzig; denn du zahlst jetzt bloß noch fünfzig bar;
zieh deinen Beutel und enthalte dich für die Zukunft, unseres kaiserlichen Eigentums zu
spotten! Wir bleiben dir übrigens in Gnaden gewogen."
Der ganze Hof bewunderte Abners Scharfsinn, denn seine Majestät hatte geschworen, er sei
ein geschickter Bursche; aber dies bezahlte ihm seine Schmerzen nicht, tröstete ihn nicht für
seine teuren Zechinen. Während er stöhnend und seufzend eine nach der anderen aus dem
Beutel führte, jede noch zum Abschiede auf der Fingerspitze wog, höhnte ihn noch Schnuri,
der kaiserliche Spaßmacher, fragte ihn, ob
seine Zechinen alle auf dem Steine sich
bewährten, auf dem der Goldfuchs des Prinzen Abdallah sein Gebiß probiert habe. "Deine
Weisheit hat heute Ruhm geerntet", sprach er; "ich wollte aber noch fünfzig Zechinen wetten,
es wäre dir lieber, du hättest geschwiegen. Aber wie spricht der Prophet? 'Ein entschlüpftes
Wort holt kein Wagen ein, und wenn er mit vier flüchtigen Rossen bespannt wäre.' Auch kein
Windspiel holt es ein, Herr Abner, auch wenn es nicht hinkt."
Nicht lange nach diesem für Abner schmerzlichen Ereignis ging er wieder einmal in einem
der grünen Täler zwischen den Vorbergen des Atlas spazieren. Da wurde er, gerade wie
damals, von einem einherstürmenden Haufen Gewaffneter eingeholt, und der Anführer
schrie ihn an:
"He, guter Freund, hast du nicht Goro, den schwarzen Leibschützen des Kaisers,
vorbeilaufen sehen? Er ist entflohen, er muß diesen Weg genommen haben ins Gebirg."
"Kann nicht dienen, Herr General", antwortete Abner.
"Ach, bist du nicht der pfiffige Jude, der den Fuchsen und den Hund nicht gesehen hat?
Mach nur keine Umstände; hier muß der Sklave vorbeigekommen sein; riechst du vielleicht
noch den Duft seines Schweißes in der Luft? Siehst du noch die Spuren seines flüchtigen
Fußes im hohen Grase? Sprich, der Sklave muß herbei; er ist einzig im Sperlingsschießen
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