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durchaus alles ist, was eigentlich dazu nötig, die Herren werden keinen so feinen
Geschmack haben." So sprach Mimi; der Zwerg aber sprang auf vor Freuden, segnete den
Tag, an welchem er die Gans gekauft hatte, und schickte sich an, die Königin der Pasteten
zuzurichten. Er machte zuerst einen kleinen Versuch, und siehe, es schmeckte trefflich, und
der Oberküchenmeister, dem er davon zu kosten gab, pries aufs neue seine ausgebreitete
Kunst.
Den andern Tag setzte er die Pastete in größerer Form auf, und schickte sie, warm, wie sie
aus dem Ofen kam, nachdem er sie mit Blumenkränzen geschmückt hatte, auf die Tafel; er
selbst aber zog sein bestes Festkleid an und ging in den Speisesaal. Als er eintrat, war der
Obervorschneider gerade damit beschäftigt, die Pastete zu zerschneiden, und auf einem
silbernen Schäufelein dem Herzog und seinem Gaste hinzureichen. Der Herzog tat einen
tüchtigen Biß hin ein, schlug die Augen auf zur Decke und sprach, nachdem er geschluckt
hatte: "Ah! ah! ah! Mit Recht nennt man dies die Königin der Pasteten, aber mein Zwerg ist
auch der König aller Köche, nicht also, lieber Freund?"
Der Gast nahm einige kleine Bissen zu sich, kostete und prüfte aufmerksam, und lächelte
dabei höhnisch und geheimnisvoll. "Das Ding ist recht artig gemacht", antwortete er, indem
er den Teller hinwegrückte, "aber die Souzeraine ist es denn doch nicht ganz; das habe ich
mir wohl gedacht."
Da runzelte der Herzog vor Unmut die Stirne und errötete vor Beschämung: "Hund von
einem Zwerg!" rief er, "wie wagst du es, deinem Herrn dies anzutun? Soll ich dir deinen
großen Kopf abhacken lassen, zur Strafe für deine schlechte Kocherei?"
"Ach Herr! Um des Himmels willen, ich habe das Gericht doch zubereitet nach den Regeln
der Kunst, es kann gewiß nichts fehlen!" so sprach der Zwerg und zitterte.
"Es ist eine Lüge, du Bube!" erwiderte der Herzog und stieß ihn mit dem Fuße von sich,
"mein Gast würde sonst nicht sagen, es fehlt etwas. Dich selbst will ich zerhacken und
backen lassen in eine Pastete!"
"Habt Mitleiden!" rief der Kleine und rutschte auf den Knien zu dem Gast, dessen Füße er
umfaßte; "saget, was fehlt an dieser Speise, daß sie Eurem Gaumen nicht zusagt? Lasset
mich nicht sterben wegen einer Handvoll Fleisch und Mehl!"
"Das wird dir wenig helfen, mein lieber Nase", antwortete der Fremde mit Lachen; "das habe
ich mir schon gestern gedacht, daß du diese Speise nicht machen kannst wie mein Koch.
Wisse, es fehlt ein Kräutlein, das man hierzulande gar nicht kennt, das Kraut Niesmitlust,
ohne dieses bleibt die Pastete ohne Würze, und dein Herr wird sie nie essen wie ich."
Da geriet der Herrscher in Frankistan in Wut. "Und doch werde ich sie essen", rief er mit
funkelnden Augen; "denn ich schwöre auf meine fürstliche Ehre, entweder zeige ich Euch
morgen die Pastete, wie Ihr sie verlanget, oder - den Kopf dieses Burschen aufgespießt auf
dem Tor meines Palastes. Gehe, du Hund, noch einmal geb ich dir vierundzwanzig Stunden
Zeit."
So rief der Herzog; der Zwerg aber ging wieder weinend in sein Kämmer lein und klagte der
Gans sein Schicksal, und daß er sterben müsse; denn von dem Kraut habe er nie gehört. "Ist
es nur dies", sprach sie, "da kann ich dir schon helfen; denn mein Vater lehrte mich alle
Kräuter kennen. Wohl wärest du vielleicht zu einer andern Zeit des Todes gewesen, aber
glücklicherweise ist es gerade Neumond, und um diese Zeit blüht das Kräutlein. Doch, sage
an, sind alte Kastanienbäume in der Nähe des Palastes?"
"O ja!" erwiderte Nase mit leichterem Herzen; "am See, zweihundert Schritte vom Haus,
steht eine ganze Gruppe: doch warum diese?"
"Nur am Fuße alter Kastanien blüht das Kräutlein", sagte Mimi, "darum laß uns keine Zeit
versäumen und suchen, was du brauchst; nimm mich auf deinen Arm und setze mich im
Freien nieder; ich will dir suchen."
Er tat, wie sie gesagt, und ging mit ihr zur Pforte des Palastes. Dort aber streckte der
Türhüter sein Gewehr vor und sprach. "Mein guter Nase, mit dir ist 's vorbei; aus dem Hause
darfst du nicht, ich habe den strengsten Befehl darüber."
"Aber in den Garten kann ich doch wohl gehen?" erwiderte der Zwerg. "Sei so gut, und
schicke einen deiner Gesellen zum Aufseher des Palastes und frage, ob ich nicht in den
Garten gehen und Kräuter suchen dürfte?" Der Türhüter tat also und es wurde erlaubt; denn
der Garten hatte hohe Mauern, und es war an kein Entkommen daraus zu denken. Als aber
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