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Da er nun in seines Vaters Hause zu ähnlichen Geschäften oft angehalten worden war, so
ging es ihm flink von der Hand; etwa nach einem Jahre, träumte er weiter, wurde er zu einem
feineren Geschäft gebraucht; er mußte nämlich mit noch einigen Eichhörnchen
Sonnenstäubchen fangen, und wenn sie genug hatten, solche durch das feinste Haarsieb
sieben. Die Frau hielt nämlich die Sonnenstäubchen für das Allerfeinste, und weil sie nicht
gut beißen konnte, denn sie hatte keinen Zahn mehr, so ließ sie sich ihr Brot aus
Sonnenstäubchen zubereiten.
Wiederum nach einem Jahr wurde er zu den Dienern versetzt, die das Trinkwasser für die
Alte sammelten. Man denke nicht, daß sie sich hierzu etwa eine Zisterne hätte graben
lassen, oder ein Faß in den Hof stellte, um das Regenwasser darin aufzufangen; da ging es
viel feiner zu; die Eichhörnchen, und Jakob mit ihnen, mußten mit Haselnußschalen den Tau
aus den Rosen schöpfen, und das war das Trinkwasser der Alten. Da sie nun bedeutend viel
trank, so hatten die Wasserträger schwere Arbeit. Nach einem Jahr wurde er zum inneren
Dienst des Hauses bestellt; er hatte nämlich das Amt, die Böden reinzumachen; da nun
diese von Glas waren, worin man jeden Hauch sah, war es keine geringe Arbeit. Sie mußten
sie bürsten und altes Tuch an die Füße schnallen, und auf diesem künstlich im Zimmer
umherfahren. Im vierten Jahr ward er endlich zur Küche versetzt. Es war dies ein Ehrenamt,
zu welchem man nur nach langer Prüfung gelangen konnte. Jakob diente dort vom
Küchenjungen aufwärts bis zum ersten Pastetenmacher, und erreichte eine so ungemeine
Geschicklichkeit und Erfahrung in allem, was die Küche betrifft, daß er sich oft über sich
selbst wundern mußte; die schwierigsten Sachen, Pasteten von zweihunderterlei Essenzen,
Kräutersuppen von allen Kräutlein der Erde zusammengesetzt, alles lernte er, alles verstand
er schnell und kräftig zu machen.
So waren etwa sieben Jahre im Dienste des alten Weibes vergangen, da befahl sie ihm
eines Tages, indem sie die Kokosschuhe auszog, Korb und Krückenstock zur Hand nahm,
um auszugehen, er solle ein Hühnlein rupfen, mit Kräutern füllen, und solches schön
bräunlich und gelb rösten, bis sie wiederkäme. Er tat dies nach den Regeln der Kunst. Er
drehte dem Hühnlein den Kragen um, brühte es in heißem Wasser, zog ihm geschickt die
Federn aus, schabte ihm nachher die Haut, daß sie glatt und fein wurde, und nahm ihm die
Eingeweide heraus. Sodann fing er an, die Kräuter zu sammeln, womit er das Hühnlein füllen
sollte. In der Kräuterkammer gewahrte er aber diesmal ein Wandschränkchen, dessen Türe
halb geöffnet war, und das er sonst nie bemerkt hatte. Er ging neugierig näher, um zu sehen,
was es enthalte und siehe da, es standen viele Körbchen darinnen, von welchen ein starker,
angenehmer Geruch ausging. Er öffnete eines dieser Körbchen und fand darin Kräutlein von
ganz besonderer Gestalt und Farbe. Die Stengel und Blätter waren blaugrün, u nd trugen
oben eine kleine Blume von brennendem Rot mit Gelb verbrämt; er betrachtete sinnend
diese Blume, beroch sie und sie strömte denselben starken Geruch aus, von dem einst jene
Suppe, die ihm die Alte gekocht, geduftet hatte. Aber so stark war der Geruch, daß er zu
niesen anfing, immer heftiger niesen mußte, und - am Ende niesend erwachte.
Da lag er auf dem Sofa des alten Weibes und blickte verwundert umher. "Nein, wie man aber
so lebhaft träumen kann!" sprach er zu sich; "hätte ich jetzt doch schwören wollen, daß ich
ein schnödes Eichhörnchen, ein Kamerade von Meerschweinen und anderem Ungeziefer,
dabei aber ein großer Koch geworden sei. Wie wird die Mutter lachen, wenn ich ihr alles
erzähle! Aber wird sie nicht auch schmälen, daß ich in einem fremden Hause einschlafe,
statt ihr zu helfen auf dem Markte?" Mit diesen Gedanken raffte er sich auf, um
hinwegzugehen; noch waren seine Glieder vom Schlafe ganz steif; besonders sein Nacken,
denn er konnte den Kopf nicht recht hin und her bewegen; er mußte auch selbst über sich
lächeln, daß er so schlaftrunken war, denn alle Augenblicke, ehe er es sich versah, stieß er
mit der Nase an einen Schrank oder an die Wand, oder schlug sie, wenn er sich schnell
umwandte, an einen Türpfosten. Die Eichhörnchen und Meerschweinchen liefen winselnd
um ihn her, als wollten sie ihn begleiten, er lud sie auch wirklich ein, als er auf der Schwelle
war, denn es waren niedliche Tierchen, aber sie fuhren auf ihren Nußschalen schnell ins
Haus zurück, und er hörte sie nur noch in der Ferne heulen.
Es war ein ziemlich entlegener Teil der Stadt, wohin ihn die Alte geführt hatte, und er konnte
sich kaum aus den engen Gassen herausfinden, auch war dort ein großes Gedränge; denn
es mußte sich, wie ihm dünkte, gerade in der Nähe ein Zwerg sehen lassen; überall hörte er
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