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wußte nicht, was sie denken sollte. Alles traf zu, was er ihr von seiner Kindheit erzählte, aber
wenn er davon sprach, daß er sieben Jahre lang ein Eichhörnchen gewesen sei, da sprach
sie: "Es ist unmöglich und es gibt keine Feen", und wenn sie ihn ansah, so verabscheute sie
den häßlichen Zwerg, und glaubte nicht, daß dies ihr Sohn sein könne. Endlich hielt sie es
fürs beste, mit ihrem Mann darüber zu sprechen. Sie raffte also ihre Körbe zusammen, und
hieß ihn mitgehen. So kamen sie zu der Bude des Schusters.
"Sieh einmal", sprach sie zu diesem, "der Mensch da will unser verlorner Jakob sein. Er hat
mir alles erzählt, wie er uns vor sieben Jahren gestohlen wurde, und wie er von einer Fee
bezaubert worden sei."-
"So?" unterbrach sie der Schuster mit Zorn; "hat er dir dies erzählt? Warte, du Range! ich
habe ihm alles erzählt, noch vor einer Stunde, und jetzt geht er hin, dich so zu foppen!
Bezaubert bist du worden, mein Söhnchen? Warte doch, ich will dich wieder entzaubern."
Dabei nahm er ein Bündel Riemen, die er eben zugeschnitten hatte, sprang auf den Kleinen
zu, und schlug ihn auf den hohen Rücken und auf die langen Arme, daß der Kleine vor
Schmerz aufschrie und weinend davonlief.
In jener Stadt gibt es, wie überall, wenige mitleidige Seelen, die einen Unglücklichen, der
zugleich etwas Lächerliches an sich trägt, unt
Zwerg den ganzen Tag ohne Speise und Trank blieb, und abends die Treppen einer Kirche,
so hart und kalt sie waren, zum Nachtlager wählen mußte.
Als ihn aber am nächsten Morgen die ersten Strahlen der Sonne erweckten, da dachte er
ernstlich darüber nach, wie er sein Leben fristen könne, da ihn Vater und Mutter verstoßen.
Er fühlte sich zu stolz, um als Aushängeschild eines Barbiers zu dienen, er wollte nicht zu
einem Possenreißer sich verdingen, und sich um Geld sehen lassen; was sollte er
anfangen? Da fiel ihm mit einemmal bei, daß er als Eichhörnchen große Fortschritte in der
Kochkunst gemacht habe; er glaubte nicht mit Unrecht, hoffen zu dürfen, daß er es mit
manchem Koch aufnehmen könne; er beschloß, seine Kunst zu benützen.
Sobald es daher lebhafter wurde auf den Straßen, und der Morgen ganz heraufgekommen
war, trat er zuerst in die Kirche und verrichtete sein Gebet. Dann trat er seinen Weg an. Der
Herzog, der Herr des Landes, o Herr! war ein bekannter Schlemmer und Lecker, der eine
gute Tafel liebte, und seine Köche in allen Weltteilen aufsuchte. Zu seinem Palast begab
sich der Kleine. Als er an die äußerste Pforte kam, fragten die Türhüter nach seinem Begehr
und hatten ihren Spott mit ihm; er aber verlangte nach dem Oberküchen meister. Sie lachten
und führten ihn durch die Vorhöfe, und wo er hinkam, blieben die Diener stehen, schauten
nach ihm, lachten weidlich und schlossen sich an, so daß nach und nach ein ungeheurer
Zug von Dienern aller Art sich die Treppe des Palastes hinaufbewegte; die Stallknechte
warfen ihre Striegel weg, die Läufer liefen was sie konnten, die Teppichbreiter vergaßen, die
Teppiche auszuklopfen, alles drängte und trieb sich, es war ein Gewühl, als sei der Feind vor
den Toren, und das Geschrei: "Ein Zwerg, ein Zwerg! Habt ihr den Zwerg gesehen!" füllte die
Lüfte.
Da erschien der Aufseher des Hauses mit grimmigem Gesicht, eine ungeheure Peitsche in
der Hand, in der Türe. "Um des Himmels willen, ihr Hunde, was macht ihr solchen Lärm!
Wisset ihr nicht, daß der Herr noch schläft?" und dabei schwang er die Geißel, und ließ sie
unsanft auf den Rücken einiger Stallknechte und Türhüter niederfallen. "Ach Herr!" riefen sie,
"seht Ihr denn nicht? Da bringen wir einen Zwerg, einen Zwerg, wie Ihr noch keinen
gesehen." Der Aufseher des Palastes zwang sich mit Mühe, nicht laut aufzulachen, als er
des Kleinen ansichtig wurde; denn er fürchtete, durch Lachen seiner Würde zu schaden. Er
trieb daher mit der Peitsche die übrigen hinweg, führte den Kleinen ins Haus und fragte nach
seinem Begehr. Als er hörte, jener wolle zum Küchenmeister, erwiderte er: "Du irrst dich,
mein Söhnchen, zu mir, dem Aufseher des Hauses, willst du; du willst Leibzwerg werden
beim Herzog; ist es nicht also?"
"Nein, Herr!" antwortete der Zwerg; "ich bin ein geschickter Koch, und erfahren in allerlei
seltenen Speisen; wollet mich zum Oberküchenmeister bringen; vielleicht kann er meine
Kunst brauchen."
"Jeder nach seinem Willen, kleiner Mann; übrigens bist du doch ein unbesonnener Junge. In
die Küche! Als Leibzwerg hättest du keine Arbeit gehabt, und Essen und Trinken nach
Herzenslust, und schöne Kleider. Doch, wir wollen sehen, deine Kunst wird schwerlich so
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