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weit reichen, als ein Mundkoch des Herren nötig hat, und zum Küchenjungen bist du zu gut."
Bei diesen Worten nahm ihn der Aufseher des Palastes bei der Hand, und führte ihn in die
Gemächer des Oberküchenmeisters.
"Gnädiger Herr!" sprach dort der Zwerg und verbeugte sich so tief, daß er mit der Nase den
Fußteppich berührte; "brauchet Ihr keinen geschickten Koch?"
Der Oberküchenmeister betrachtete ihn vom Kopf bis zu den Füßen, brach dann in lautes
Lachen aus und sprach: "Wie?" rief er, "du ein Koch? meinst du, unsere Herde seien so
niedrig, daß du nur auf einen hinaufschauen kannst, wenn du dich auf die Zehen stellst, und
den Kopf recht aus den Schultern herausarbeitest? Oh, lieber Kleiner! Wer dich zu mir
geschickt hat, um dich als Koch zu verdingen, der hat dich zum Narren gehabt." So sprach
der Oberküchenmeister und lachte weidlich, und mit ihm lachte der Aufseher des Palastes,
und alle Diener, die im Zimmer waren.
Der Zwerg aber ließ sich nicht aus der Fassung bringen. "Was liegt an einem Ei oder zweien,
an ein wenig Sirup und Wein, an Mehl und Gewürze, in einem Hause, wo man dessen genug
hat?" sprach er. "Gebet mir irgendeine leckerhafte Speise zu bereiten auf, schaffet mir, was
ich dazu brauche, und sie soll vor Euren Augen schnell bereitet sein, und Ihr sollet sagen
müssen, er ist ein Koch nach Regel und Recht." Solche und ähnliche Reden führte der
Kleine, und es war wunderlich anzuschauen, wie es dabei aus seinen kleinen Äuglein
hervorblitzte, wie seine lange Nase sich hin und her schlängelte und seine dünnen
Spinnenfinger seine Rede begleiteten. "Wohlan!" rief der Küchenmeister, und nahm den
Aufseher des Palastes unter dem Arme, "wohlan, es sei um des Spaßes willen; lasset uns
zur Küche gehen." Sie gingen durch mehrere Säle und Gänge, und kamen endlich in die
Küche. Es war dies ein großes, weitläufiges Gebäude, herrlich eingerichtet; auf zwanzig
Herden brannten beständig Feuer, ein klares Wasser, das zugleich zum Fischebehälter
diente, floß mitten durch sie, in Schränken von Marmor und köstlichem Holz waren die
Vorräte aufgestellt, die man immer zur Hand haben mußte, und zur Rechten und Linken
waren zehn Säle, in welchen alles aufgespeichert war, was man in allen Ländern von
Frankistan, und selbst im Morgenlande Köstliches und Leckeres für den Gaumen erfunden.
Küchenbedienten aller Art liefen umher, und rasselten und hantierten mit Kesseln und
Pfannen, mit Gabeln und Schaumlöffeln; als aber der Oberküchenmeister in die Küche
eintrat, blieben sie alle regungslos stehen, und nur das Feuer hörte man noch knistern, und
das Bächlein rieseln.
"Was hat der Herr heute zum Frühstück befohlen?" fragte der Meister den ersten
Frühstückmacher, einen alten Koch.
"Herr! die dänische Suppe hat er geruht zu befehlen, und rote Hamburger Klößchen."
"Gut", sprach der Küchenmeister weiter, "hast du gehört, was der Herr speisen will? Getraust
du dich, diese schwierigen Speisen zu bereiten? Die Klößchen bringst du auf keinen Fall
heraus, das ist ein Geheimnis."
"Nichts leichter als dies", erwiderte zu allgemeinem Erstaunen der Zwerg; denn er hatte
diese Speisen als Eichhörnchen oft gemacht, "nichts leichter, man gebe mir zu der Suppe
die und die Kräuter, dies und jenes Gewürz, Fett von einem wilden Schwein, Wurzeln und
Eier; zu den Klößchen aber", sprach er leiser, daß es nur der Küchenmeister und der
Frühstückmacher hören konnten, "zu den Klößchen brauche ich viererlei Fleisch, etwas
Wein, Entenschmalz, Ingwer und ein gewisses Kraut, das man Magentrost heißt."
"Ha! Bei St. Benedikt! bei welchem Zauberer hast du gelernt?" rief der Koch mit Staunen;
"alles bis auf ein Haar hat er gesagt, und das Kräutlein Magentrost haben wir selbst nicht
gewußt; ja, das muß es noch angenehmer machen. O du Wunder von einem Koch!"
"Das hätte ich nicht gedacht", sagte der Oberküchenmeister, "doch lassen wir ihn die Probe
machen; gebt ihm die Sachen, die er verlangt, Geschirr und alles, und lasset ihn das
Frühstück bereiten."
Man tat, wie er befohlen, und rüstete alles auf dem Herde zu; aber da fand es sich, daß der
Zwerg kaum mit der Nase bis an den Herd reichen konnte. Man setzte daher ein paar Stühle
zusammen, legte eine Marmorplatte darüber, und lud den kleinen Wundermann ein, sein
Kunststück zu beginnen. In einem großen Kreise standen die Köche, Küchenjungen, Diener
und allerlei Volk umher, und sahen zu und staunten, wie ihm alles so flink und fertig von der
Hand ging, wie er alles so reinlich und niedlich bereitete. Als er mit der Zubereitung fertig
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